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Nördlich von Schottland liegen die Orkney Inseln in der Nordsee. Auf der Hauptinsel Mainland befindet sich mit Kirkwall das Zentrum der Inselgruppe. Die Stadt mit rund 7.000 Einwohnern liegt auf einer schmalen Landenge zwischen zwei Buchten und besitzt den wichtigsten Hafen der Orkneys. Erste Siedlungen sind bereits aus der späten Jungsteinzeit belegt. Besonders eindrucksvoll ist das gut erhaltene Steinzeitdorf Skara Brae mit angeschlossenem Besucherzentrum. In späterer Zeit diente Kirkwall als Stützpunkt der Wikinger, die von den Orkneys aus ihre Seeverbindungen in verschiedene Richtungen unterhielten. 1468 kamen die Inseln zu Schottland, Kirkwall wurde Verwaltungszentrum.Im Stadtbild ragt die St.-Magnus-Kathedrale hervor, errichtet im 12. Jahrhundert aus rotem Sandstein. Im Inneren stützen mächtige normannische Säulen das Kirchenschiff. Gleich daneben befinden sich die Ruinen des Bischofspalasts aus dem 13. Jahrhundert und der Earl’s Palace, ein Renaissancebau aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Tankerness House Museum zeigt archäologische und stadtgeschichtliche Funde. Am westlichen Stadtrand liegt das Grain Earth House aus der Eisenzeit. In der Umgebung befinden sich die neolithischen Stones of Stenness, deren Monolithe wahrscheinlich rituellen Zwecken dienten.
Mit rund 8.000 Einwohnern ist Stornoway der Hauptort der Insel Lewis and Harris in der Inselgruppe der Äußeren Hebriden vor der Westküste Schottlands. Der Hafen dient bis heute als Stützpunkt einer Fischereiflotte. Die Umgebung ist von Mooren, Felsenküsten und weiten Ebenen mit artenreicher Tier- und Pflanzenwelt geprägt. Die Stadt wurde im 9. Jahrhundert von Wikingern unter dem Namen Stjórnavágr an einem Naturhafen gegründet. Bewohner der Insel reisten mit Booten oder Pferdekutschen hierher. 1844 ging die Insel in den Besitz von Sir James Matheson über, der das heutige Lews Castle auf einem Hügel über der Bucht errichten ließ. Die Reste der alten Festung wurden 1882 zerstört, als der Hafen erweitert wurde. Das im viktorianischen Stil errichtete Lews Castle beherbergt seit 2016 ein Museum und Kulturzentrum. Im Erdgeschoss befinden sich ein restaurierter Ballsaal und ein öffentliches Café. Neben internationalen Ketten gibt es Läden mit Schmuck und handgewebter Kleidung. In der Einkaufsstraße werden Produkte aus Harris Tweed angeboten, der auf der Insel bis heute von Hand gewebt wird. Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade führt am alten Rathaus, mehreren Hotels und Pubs vorbei. Die Häuserfassaden sind bunt gestrichen.
Belfast, die Hauptstadt von Nordirland und die zweitgrößte Stadt der Irischen Insel, liegt an der Mündung des Flusses Lagan in der Bucht von Belfast. Im heutigen Stadtgebiet wurde im Jahr 1177 eine normannische Burg errichtet. Die eigentliche Stadt Belfast jedoch wurde 1603 gegründet und von schottischen Presbyterianern besiedelt. Im 17. Jh. wurde dort die Leinenindustrie durch französische Hugenotten eingerichtet. Belfast stand lange für den Nordirlandkonflikt, der seit 1969 zwischen Katholiken und Protestanten begann und 1998 offiziell beendet wurde. Man kann sich auf die Spuren dieses Konflikts zur sog. Peace Line begeben: Eine Mauer in West Belfast trennt die Gebiete der Wohngebiete von Protestanten (Shankill Road) und Katholiken (Falls Road). Zwei riesige Kräne, Samson und Goliath, zählen zu den Wahrzeichen Belfasts. Sie gehören zur Harland & Wolff Werft, einst eine der mächtigsten Schiffbauer. Hier lief auch die Titanic 1912 vom Stapel. Auf dem Gelände, wo sie gebaut wurde, befindet sich heute das größte Titanic-Zentrum der Welt. Das Stadtbild ist durch viktorianische Architektur geprägt. Das Belfast Castle, das Schloss auf dem Cavehill, ist der Nachfolgebau der Normannenburg. Sehenswert ist auch das Ulster-Museum mit Funden eines 1588 gesunkenen Schiffes, das zur spanischen Armada gehörte.