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Marseille liegt an der südfranzösischen Mittelmeerküste zwischen Küstengebirgen, dem Nationalpark Calanques und der Bucht Golfe du Lion. Mit über 800.000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt Frankreichs und besitzt den bedeutendsten Hafen des Landes. Gegründet wurde Marseille um 600 v. Chr. von Griechen unter dem Namen Massalia. Die Stadt entwickelte sich früh zu einem wichtigen Handelszentrum und war zeitweise selbstständig, bevor sie 1481 zu Frankreich kam. Die Marseillaise, später zur Nationalhymne erklärt, wurde erstmals von Revolutionären aus Marseille in Paris gesungen.Zentral in der Stadt liegt der alte Hafen, der Vieux Port, mit breiten Uferwegen, Marktständen und direktem Zugang zur Innenstadt. Nur wenige Schritte entfernt beginnt das Viertel Le Panier mit engen Gassen, bunten Fassaden und üppig bepflanzten Balkonen. Die Festung Saint Jean mit zwei Türmen aus dem 15. Jahrhundert markiert den Hafeneingang. Heute verbindet sie eine Brücke mit dem modernen Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers (MUCEM), das auch Zugang zum Jardin des Migrations bietet. Hoch über der Stadt erhebt sich die Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde mit Blick auf das Häusermeer, das Umland und das offene Meer.
Barcelona ist als zweitgrößte Stadt Spaniens auch die Hauptstadt Kataloniens. Von den Kathargern oder Römern in vorchristlicher Zeit gegründet, wurde Barcelona jm 5. Jahrhundert n. Chr. Hauptstadt des Westgotischen Reiches. Im Jahr 801 wurde Barcelona unter Kaiser Karl dem Großen Teil des Frankenreiches – als Hauptstadt der Spanischen Mark. Im Zuge der Industrialisierung erlebte Barcelona Mitte des 19. Jahrhunderts als bedeutendste Industriestadt Spaniens einen großen Aufschwung. Völlig neue Attraktivität erlangte die katalonische Hauptstadt im Zuge der Vorbereitung zu den Olympischen Spielen im Jahre 1992.Die Sagrada Familia erhebt sich weithin sichtbar über dem Stadtteil Eixample. Der Bau der Basilika nach Plänen von Antoni Gaudí begann 1882 und ist bis heute nicht vollendet. Auch der Park Güell mit seiner berühmten Sitzbank und der Salamander-Fontäne wurde von Gaudí gestaltet. Eine weitere Aussicht bietet der Montjuïc mit dem Castell und dem Militärmuseum. Die Rambla verbindet den Plaça de Catalunya mit dem Hafen und ist von Straßenkünstlern, Läden und dem Markt La Boquería geprägt. Im gotischen Viertel stehen mittelalterliche Gebäude wie die Kathedrale der heiligen Eulàlia und die Plaça del Rei. Das Museu d’Història de Barcelona zeigt Funde aus der Römerzeit. Im Viertel El Born trifft historische Bausubstanz auf zeitgenössische Kunst. Der Passeig de Gràcia führt zur von Gaudí entworfenen Casa Milà, deren organische Formen sie unverwechselbar machen.
Funchal, die Hauptstadt Madeiras, liegt im Süden der „Blumeninsel“. Die Stadt mit rund 100.000 Einwohnern ist von einem natürlichen Amphitheater aus sanft ansteigenden Hängen umgeben, die bis ins Inselinnere reichen. Ihren Namen erhielt sie vom portugiesischen „funcho“ für Fenchel, der bei der Ankunft der Portugiesen im Jahr 1421 hier reichlich wuchs. Gegründet wurde Funchal von João Gonçalves Zarco und entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Hafen im Handel mit Zucker und Madeirawein, der wegen seiner Haltbarkeit besonders geschätzt war.Im Zentrum steht die Kathedrale Sé aus dem 16. Jahrhundert mit kunstvoll geschnitztem Altarraum. Sehenswert ist auch die Kirche Nossa Senhora do Monte, die über Treppenwege und Gärten erreichbar ist. Oberhalb der Stadt liegt der Botanische Garten von Monte, von dem aus sich ein weiter Blick über die Bucht und den Hafen eröffnet. Der Mercado dos Lavradores vereint Fischmarkt, Blumenstände und Verkaufsstände für Obst, Gemüse und Gewürze. In den Gassen rund um den Markt finden sich weitere Läden mit regionalem Kunsthandwerk. Einen Einblick in die Kulturgeschichte Madeiras bietet das Museu Photographia Vicentes, das historische Aufnahmen und Kameratechnik präsentiert.
In der Unterstadt lädt der Mercado Modelo zu einem Bummel durch Marktstände mit Kunsthandwerk ein. Entlang der Küste liegen zahlreiche Strände, besonders bekannt ist der Praia Farol da Barra mit seinem Leuchtturm. Ein kultureller Höhepunkt ist die ehemalige Zuckermühle Quinta do Unhão. In dem Gebäudeensemble befinden sich ein Museum für moderne Kunst und ein Restaurant mit Blick aufs Meer. Das Kunstmuseum von Bahia zeigt Werke zur Geschichte und Kultur der Region. Afro-brasilianische Einflüsse prägen die Küche und Musik der Stadt.
Die Region um Ilhéus war vom 16. bis 18. Jahrhundert ein Zentrum des Zuckerrohranbaus, der von afrikanischen Sklaven durchgeführt wurde. Mehr als ein Drittel aller aus Afrika stammenden Sklaven gelangten nach Brasilien, zunächst meist nach Bahia, bevor sie zur Arbeit auf Plantagen in andere Landesteile verkauft wurden. Bahia war die letzte Provinz des Landes, die Brasilien beitrat.
Als bekanntestes Museum der Stadt gilt das Jorge Amado Haus. Hier verbrachte der berühmte Schriftsteller einen Teil seines Lebens. Heute beherbergt das Anwesen die Kulturstiftung von Ilhéus mit einem Zentrum, das dem Schriftsteller gewidmet ist und dessen Hauptziel die Förderung der lokalen Kultur ist. Zu den schönsten Stränden in Ilhéus zählt der kilometerlange Do Norte. Dieser wird von Kokospalmen gesäumt und ist von der üppigen Vegetation des Atlantischen Regenwaldes umgeben. Der Strand bietet sowohl zum Schwimmen als auch zum Surfen ideale Bedingungen. Im Süden von Ilhéus liegt der Una-Ökopark inmitten einer Gummiplantage. Hier können Besucher bei der manuellen Gewinnung des Saftes des Gummibaums zuschauen. Die Spazierwege im Park führen zu einer hängenden Fußgängerbrücke in rund 20 Metern Höhe, von der sich ein herrlicher Blick auf den Atlantischen Regenwald bietet.
Rio de Janeiro liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name bedeutet „Fluss des Januars“ nach Gaspar de Lemos, der die Bucht am 1. Januar 1502 entdeckte und sie irrtümlich für die Mündung eines großen Flusses hielt. Das zuvor von Portugiesen und Franzosen besiedelte Gebiet wurde 1680 zur Hauptstadt der südlichen Regionen Brasiliens erklärt und blieb es bis 1960. Heute hat Brasília diese Funktion, aber Rio de Janeiro ist weiterhin nach São Paulo das bedeutendste Handels- und Finanzzentrum des Landes. Die Goldfunde in der benachbarten Region Minas Gerais ermöglichte Rio de Janeiro den Aufstieg zur wichtigsten Hafenstadt Brasiliens. Das Wahrzeichen der Stadt sind der Zuckerhut genannte Granithügel und die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado, außerdem ist die Stadt durch den Karneval von Rio bekannt mit der farbenfrohen Parade der Sambaschulen.Rund 80 Kilometer nordwestlich liegt São Paulo, eine der größten Städte der südlichen Hemisphäre. Im historischen Zentrum steht an der Praça da Sé die neugotische Kathedrale, nahe dem Ort, an dem sich im 16. Jahrhundert Jesuiten niederließen. Der wirtschaftliche Aufstieg begann im 18. Jahrhundert mit dem Anbau von Kaffee. Heute prägen Wolkenkratzer und moderne Viertel das Stadtbild. Die Avenida Paulista ist Hauptachse und Geschäftsmeile. In den eleganten Wohnvierteln wie Vila Nova Conceição reihen sich große Stadtvillen aneinander. Der weitläufige Parque Ibirapuera mit Sportanlagen, Museen, einem Planetarium und Bühnen ist Erholungs- und Kulturraum zugleich. Die Gestaltung des Parks stammt von Roberto Burle Marx, die Architektur von Oskar Niemeyer. In der Rua Galvão Bueno im Stadtteil Liberdade liegt das Zentrum der japanisch geprägten Kultur.